WPP übernimmt amp, Obviously und Goat Agency
Drei Übernahmen in kurzer Folge: ein Münchner Sonic-Branding-Haus, eine New Yorker Influencer-Plattform und eine Londoner Influencer-Agentur. Zusammen gelesen beschreiben sie, was eine Holding heute besitzen will.
Die Londoner WPP (NYSE: WPP) hat amp übernommen, ein Münchner Unternehmen für Sonic Branding.
WPP hat außerdem Obviously übernommen, eine technologiegetriebene Influencer-Marketing-Agentur aus New York.
Und WPP hat die Influencer-Marketing-Agentur Goat für einen nicht genannten Betrag übernommen und wird sie in Group M Nexus einbinden.
Sonic Branding trifft Influencer-Marketing. Es geht um emotionale Bindung in einem schnellen Marketingumfeld, in dem Authentizität und Vertrauen, aufgebaut über nutzergenerierte Inhalte, eine Identität brauchen. Während Marken zunehmend die Möglichkeit verlieren, über visuelle Medien mit Verbrauchern in Kontakt zu treten, wird der Kontakt über Klang wichtiger. Das treibt eine wachsende Welle von Investitionen in markeneigene Musik, Stimmen und In-App-Töne.
Was Sonic Branding ist
Sonic Branding, auch Audio Branding, Sonic Identity oder Sound Branding genannt, nutzt Klang und Musik, um eine eigene Markenidentität aufzubauen. Dazu werden feste Bestandteile entwickelt und gepflegt, die das Bild einer Marke über alle Berührungspunkte hinweg tragen, von TV- und Radiospots über Videos und den Point of Sale bis zu Social Media.
Wie visuelles Branding mit Farben, Schriften und Formen eine wiedererkennbare Identität schafft, arbeitet Sonic Branding mit Musik, Geräuschen und anderen akustischen Mitteln. In der heutigen Marketinglandschaft gewinnt das an Bedeutung, weil Unternehmen ihren Kunden eigenständigere Markenerlebnisse bieten wollen.
John Taite in Fast Company: „Auf jede tektonische Verschiebung im Verhalten der Verbraucher folgt eine tektonische Verschiebung im Verhalten der Marken. Marketingverantwortliche müssen sich ständig neu ausrichten, um ihre Kunden dort zu treffen, wo sie sind. Es überrascht also nicht, dass die Zahl der Unternehmen, die weltweit in Sonic Branding investieren, exponentiell wächst.“
Die zweite Verschiebung: Influencer-Marketing
Unternehmen setzen im Influencer-Marketing auf Persönlichkeiten in sozialen Medien mit großer Gefolgschaft, um Produkte und Leistungen zu bewerben. Diese Influencer oder Creators beeinflussen die Kaufentscheidungen ihrer Follower erheblich und sind damit für Marken wertvoll, die eine bestimmte Zielgruppe erreichen wollen. Der Erfolg hängt daran, die richtigen Influencer zu finden, solche, die die Werte der Marke teilen und deren Zielgruppe bedienen. Für Unternehmen ist das ein wirtschaftlicher Weg, Bekanntheit aufzubauen und Umsatz zu treiben.
Moderne Marken können visuelles Branding über nutzergenerierte Inhalte und Audio Branding über Klang als stille Verstärker einsetzen, für Leistung, Rendite, Konversion und Umsatz. Beides zusammen verbessert die Gesamtleistung einer Marke deutlich.
Die M&A-Aktivität im Sonic Branding und in der Creator-Branche treiben mehrere Kräfte: der Eintritt in neue Märkte, der Wunsch nach neuen Technologien und Fähigkeiten und die Notwendigkeit, dem Wettbewerb voraus zu sein. Solange Sonic Branding und Influencer-Marketing an Bedeutung gewinnen, ist mit weiteren Transaktionen zu rechnen.